Von Ariane Jakomeit
Alles begann mit einer kleinen Gartenhütte, mit ein paar Eiern im Korb und ein bisschen Gemüse aus dem Beet. Ein Versuch, der mehr als nur Neugier weckte. Die ersten Kunden kamen, blieben, erzählten es ihren Familien und Freunden. Mit jeder Nachfrage wuchs das Angebot, mit jeder Ernte die Idee. „Immer, wenn ich selbst etwas für mich entdeckte und für gut befand, habe ich es auch meinen Kunden angeboten und das Sortiment wuchs“, erzählt Jörg Schwerdts. Bald wurde die Hütte zu klein.
Der neue Hofladen entstand schließlich auf dem Fundament einer ehemals abgebrannten Scheune. Mit Hilfe der Dorfgemeinschaft entstand in einer Blitzaktion ein größerer Raum. Heute ist der Hofladen rund um die Uhr geöffnet. Zahlen kann jeder selbst, wenn die Hütte nicht besetzt ist. Am Tresen stehen Kasse, Stift und Taschenrechner bereit.
Das Konzept funktioniert. Weil hier jeder weiß, was gute Lebensmittel wert sind, und weil sich Einheimische wie Gäste einfach in diesem kleinen Laden wohl fühlen und zum Gelingen dieses außergewöhnlichen Geschäftsmodells beitragen möchten.
Regionale Schätze für echte Genießer
Die schönste Anreise? Mit dem Fahrrad. Gemütlich an Wiesen und Feldern vorbei, den Wind im Gesicht, die salzige Luft in der Nase. Wer mit dem Auto kommt, parkt direkt vor der Tür und tritt in eine andere Welt ein. Der Hofladen ist kein Ort für Eilige. Wer hier ankommt, bleibt oft länger als geplant. Man schlendert durch die Regale, probiert, entdeckt – und vielleicht kommt man mit einer Tüte mehr nach Hause als gedacht.
Im Hofladen warten kleine und große Köstlichkeiten: frisches Gemüse, Eier von glücklichen Hühnern, hausgemachte Fruchtaufstriche, würziger Käse aus der Region. Auch Joghurt ohne Konservierungsstoffe, Tee und Gewürze, Tomatensaucen und handgemachte Pasta gehören zum Angebot. Am Wochenende duftet es besonders verlockend: Dann gibt es frisches Brot in vielfältigen Variationen, von Bäckern an der Küste mit Liebe gebacken, und hausgebackenen Kuchen. Wer mag, setzt sich mit einem heißen Kaffee auf die Bänke vor dem Laden und schaut dem ruhigen Treiben zu.
Du möchtest dich am liebsten gleich vom Angebot inspirieren lassen? Dann haben wir zwei schnelle, typisch norddeutsches Gerichte für dich, die du in deinem Ferienhaus oder in der Ferienwohnung unkompliziert nachkochen kannst.
Zum Frühstück oder Abendbrot
Norddeutsches Rührei mit Krabben
Zutaten:
- 4 frische Eier aus dem Hofladen
- 1 Handvoll Nordseekrabben
- 2 EL Sahne
- 2 EL Butter
- 1 EL gehackter Schnittlauch
- Salz & Pfeffer
- 2 Scheiben Bauernbrot aus dem Hofladen
Zubereitung:
Eier mit Sahne, Salz und Pfeffer verrühren. Butter in einer Pfanne schmelzen, Eiermasse langsam darin stocken lassen. Kurz vor Schluss die Krabben und den Schnittlauch unterheben. Auf frischem Bauernbrot servieren.
Warm oder kalt ein Genuss
Gemüse-Tarte mit Hofkäse
Zutaten:
- 250 g Dinkelmehl aus dem Hofladen
- 125 g Butter
- 2 EL Wasser
- 1 Prise Salz
- 300 g frisches Gemüse (z.B. Lauch, Zucchini, Möhren – je nach Saison aus dem Hofladen)
- 200 g Hofkäse (milder Schnittkäse oder Ziegenkäse)
- 3 Eier
- 200 ml Sahne oder Joghurt
- 1 EL gehackte Kräuter (Dill, Schnittlauch, Petersilie)
- Salz & Pfeffer
Zubereitung:
Mehl, Butter, Wasser zu einem Teig kneten, 30 Minuten kalt schneiden. Gemüse waschen und in dünne Scheiben schneiden. Teig ausrollen, in eine gefettete Tarteform geben, mit einer Gabel einstechen und 10 Minuten bei 180 Grad vorbacken.
Eier mit Sahne oder Joghurt, Salz, Pfeffer und Kräutern verquirlen. Gemüse auf dem Boden verteilen, Eiermasse darüber gießen, Hofkäse zerbröckeln und darüber streuen. 30-35 Minuten bei 180 Grad goldbraun backen.
Begegnungen, die bleiben
Einheimische kommen nicht nur zum Einkaufen, sie kommen zum Klönen. Hier wird geschnackt, diskutiert, gelacht. Über das Wetter, über die besten Rezepte, über Lokalpolitik. „Wir genießen diesen Ort als gesellschaftliches Zentrum uns treffen uns manchmal zu einer kleinen Kaffeerunde“, erzählt die Krimi-Autorin Susanne Ziegert, die mit ihrem Mann, Pferden und Eseln auf einem 250 Jahre alten Bauernhof in der Nähe lebt.
Auch die Gäste der Cuxlandparks mischen sich unter die Stammkunden, lassen sich Tipps geben oder genießen einfach die herzliche Atmosphäre. Manche kommen nur für ein Brot – und bleiben für ein Gespräch.
Nachhaltig genießen - auch im Ferienhaus
Bei einem solchen Klönschnack kann man auch lernen, wie ein Tag in den Cuxlandparks besonders schön beginnt: Mit einem Frühstück, das nach Urlaub schmeckt, mit Zutaten direkt aus dem Hofladen. Wer im Ferienhaus oder auf dem Hausboot kocht, kann mit den regionalen Produkten einfache, aber besondere Gerichte zaubern. Eine herzhafte Brotzeit mit rustikalem Bauernbrot, ein frischer Salat mit hofeigenen Tomaten oder ein süßes Frühstück mit Honig und Joghurt – nachhaltig, bewusst und mit dem Wissen, woher das Essen kommt.
Watt, Weite, Wohlfühlen.
Morgens durchs Watt spazieren, mittags frischen Käse und Brot im Hofladen kaufen, abends in der Residenz Hansekogge am Deich zur Ruhe kommen. Cappel-Neufeld zeigt sich in jeder Tageszeit von seiner schönsten Seite. Komm vorbei und erlebe es selbst.